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Die Bevölkerung in Paraguay

Über 90 % der Bevölkerung Paraguays sind Mestizen. Nur 2 Prozent gehören heute noch zur Urbevölkerung und zu 17 verschiedenen ethnischen Gruppen (darunter die Maká, die Aché und die Angaité), der Rest verteilt sich auf europäische und asiatische Zuwanderer. Mit annähernd 2,5% pro Jahr ist das Bevölkerungswachstum extrem hoch. Die Lebenserwartung beträgt durchschnittlich 72 Jahre bei Männern und 77 Jahre bei Frauen.

Junges Indianermädchen mit Baby auf dem Arm

Die Urbevölkerung lebt überwiegend im Gran Chaco, dem Savannen- und Trockenwaldgebiet im Westen des Landes und muß um ihre Rechte kämpfen sowie um Land und Wasser. 80 Prozent des guten Landes gehört einem Prozent reicher Großgrundbesitzer. Ein Drittel aller Bauern und Bäuerinnen besitzen kein Land. Über die Hälfte der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Zurzeit wandern aus wirtschaftlicher Not viele Menschen - vor allem Frauen - in Nachbarländer aus: in die USA und neuerdings vor allem nach Spanien.
Die landesweit größten Ballungsräume sind Asunción ( Großraum über eine Million Einwohner ), Ciudad del Este (rund 120.000 Einwohner) und San Lorenzo (ebenfalls 120.000 Einwohner). Auf ein km² Land in Paraguay kommen ca. 16 Bewohner.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land. Über 50 % der Einwohner sind junge Leute zwischen 12 und 30 Jahren. Der Anteil der Analphabeten ist immer noch recht hoch, auch wenn offiziell natürlich die Schulpflicht besteht. Aber es fehlen leider ausreichend Schulen, um die Schulpflicht umzusetzen. Außerdem ist es schwierig, in der einsamen Wildnis des „Gran Chaco" die Einhaltung der Schulpflicht zu kontrollieren. Auf dem Land besuchen nur 3% der Schulanfänger ihre Pflichtschule bis zum Abschluss! Die allgemeine Schulpflicht beträgt seit 1998 neun Jahre, allerdings verlassen viele Schulpflichtige die Schulen vorzeitig, da wirtschaftlich schlecht gestellte Bevölkerungsschichten auf den Broterwerb durch ihre heranwachsenden Kinder angewiesen sind. Der prozentuale Anteil derjenigen, die einen höherwertigen Schulabschluss erreichen, ist vergleichsweise gering, insbesondere in den ländlichen Gebieten. Es scheint jedoch so, dass mittlerweile immer mehr Jugendliche selbst den Zusammenhang zwischen Bildung und ihrer beruflichen Zukunft erkennen.

Neben der staatlichen Universität (UNA) mit ca. 21.000 Studenten und der katholischen Universität gibt es zahlreiche private Universitäten mit unterschiedlichem Ruf. Es findet eine fallweise und keine automatische Anerkennung der Abschlüsse statt. Es ist normal, in Paraguay neben dem Studium noch einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Es werden zwei Sprachen gesprochen: Spanisch und die Eingeborensprache Guaraní. Paraguay ist das einzige südamerikanische Land, das eine seiner indianischen Sprachen zur Amtssprache erhoben hat.

Die meisten Paraguayer gehören traditionell der römisch-katholischen Kirche an. In den letzten Jahren verzeichnen jedoch insbesondere viele evangelische Kirchen ein sehr starkes Wachstum - wie übrigens in allen Ländern Südamerikas. Religions- und Glaubensfreiheit ist nicht nur ein verfassungsmäßiges Grundrecht in Paraguay, sondern ist seit der Wende zur Demokratie auch uneingeschränkt vorhanden.

Mutter schaut auf ihr Baby im HolzkastenIn Paraguay gibt es fast 30.000 Straßenkinder - Tendenz steigend. Manche der Straßenkinder versuchen sich durch Arbeiten etwas Geld zu verdienen und bieten ihre Dienste z.B. als Schuhputzer an. Oftmals kaufen sie sich von dem Verdienten nicht direkt was zu Essen oder zu Trinken, sondern müssen es ihrem Bandenchef abtreten. Dieser verspricht ihnen als Gegenleistung Schutz, denn das Leben eine Straßenkindes ist sehr gefährlich. Die meisten schließen sich darum früher oder später eine Bande an. Oftmals herrscht Krieg zwischen den einzelnen Banden und es kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen und blutigen Delikten

 
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