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Der Besuch bei meinen Patenkindern PDF Print E-mail
Monday, 18 October 2010 18:00

Der Besuch bei meinen Patenkindern

Reisebericht von Annette Goseberg (Oktober 2010)

Hier können Sie den kompletten Reisebericht auch als PDF downloaden:


Der Besuch bei meinen Patenkindern in Nandejara, Paraguay

Schon seit ca. 15 Jahren haben wir Patenkinder in Paraguay, drei davon haben ihre Schulausbildung beendet und stehen wirtschaftlich auf eigenen Beinen, für drei andere sorgen wir noch finanziell.

Nun war es an der Zeit, mir selber mal die Schule und das ganze Werk anzusehen und besonders meine Patenkinder persönlich kennen zu lernen.

Am 08. Oktober 2010 war es dann soweit. Mit dem Zug ging es zunächst zum Frankfurter Flughafen. Via Lissabon und Sao Paulo kam ich dann nach ca. 20 Stunden sicher in Asuncion an. Nachdem ich meine Koffer hatte wurde ich von Monica und Gaston Guzmann und einer Musikgruppe herzlich in Empfang genommen. Die Musiker waren allerdings nicht extra für mich gekommen, aber bewegend war's trotzdem. Wir fuhren dann ca 20 Minuten nach Limpio. Auffallend waren der viele Plastikmüll an den Straßenrändern, die frei laufenden Kühe, Ziegen, Hühner, der ungeordnete Verkehr.

Dann kamen wir in Nandejara an. Das ganze Schulgelände macht einen sehr freundlichen Eindruck. Es ist vollständig eingezäunt. Ein gewissenhafter Pförtner kontrolliert den Eingangsbereich. Das weiträumige Gelände hat große Rasenflächen mit vielen blühenden Bäumen, unter denen die Schüler ihre Pausen verbringen können. In mehreren Gebäuden sind die Schulklassen untergebracht, nur eins davon ist doppelstöckig. Ich hatte eine kleine Gästewohnung für mich alleine in dem Gebäude, wo Monica und Gaston vor Jahren mit ihren Kindern das Kinderheim anfingen. Jeden Morgen weckte mich das regelmäßige Quietschen einer Schaukel.

annette-kindergartenDer Kindergarten lag mir direkt gegenüber. Es war jeden Morgen um 6:30 Uhr. Mir fiel auf, wie fröhlich die Kinder trotz der frühen Zeit waren und welche Freude sie schon so früh beim Spielen hatten. Dann lernten die Kleinen das Zählen, da ich es jeden Morgen gehört habe, kann ich nun auch auf Spanisch bis zehn zählen. Inzwischen kamen auch die Schulkinder, viele fingen mit einem gemeinsamen Frühstück an. Auf dem weiträumigen Gelände merkt man die große Schülerzahl nicht so sehr. Jedes Kind trägt seine blau – rot - weiße Schuluniform. Die erste Schar Kinder wird Morgens unterrichtet, die anderen Nachmittags. Insgesamt sind es ca. 800 Schüler, die Hälfte davon sind Patenkinder. Wegen der Schuluniform werden die sozialen Unterschiede nicht auf den ersten Blick sichtbar. Man kann es erkennen an dem Zustand der Zähne und an dem Schuhwerk der Kinder.

annette-unterrichtDann habe ich den Unterricht besucht. Die Schule hat nur einheimische Lehrkräfte angestellt und solche, die aus Deutschland ausgewandert sind. Im Unterschied zu staatlichen Schulen in Paraguay achten hier die Lehrer darauf, dass jedes Kind auch pünktlich und regelmäßig kommt. Hier hat jedes Kind einen Tisch und Stuhl, genügend

Fotokopien können gemacht werden, Tafel und Whiteboard sind vorhanden. Dies ist auch ein Unterschied zu den staatlichen Schulen, wo oft Möbel fehlen. Der größte Unterschied ist aber der, dass hier auf biblische Unterweisung großen Wert gelegt wird. Werte und ethische Maßstäbe werden auf Grund der Bibel den Schülern nahe gebracht. So ist es wichtig, schon im Kindergarten mit der biblischen Botschaft die Kinder zu erreichen. Ich habe viele Berichte gehört, wo die Schüler während ihrer Schulzeit Jesus persönlich kennen gelernt haben. Annette mit Patenkind in ParaguayVon meinen sechs Patenkindern bekennen drei, Jesus nachzufolgen. Eine davon, Lorena, studiert inzwischen in Frankfurt und hat sich dort in einer Latino Gemeinde taufen lassen und sich dieser Gemeinde angeschlossen. Auch ihr Bruder Angel wurde von uns unterstützt, er studiert in Asuncion, und hat sich dort einer Gemeinde angeschlossen.

Dann Maira, die Ende dieses Jahres mit der Schule fertig werden wird, bekennt, Jesus zu folgen. Sie stammt aus einem katholischen Elternhaus, aber die Familie duldet es, dass sie in eine freikirchliche Gemeinde geht.

Alles in Allem bin ich so dankbar zu sehen, dass das Geld auch da ankommt, wofür es gedacht ist. Die Kinder bekommen die Chance, eine gute Schulbildung zu erhalten, mit der sie später Aussicht auf einen Beruf haben und sie haben die Gelegenheit, Jesus kennen und lieben zu lernen. Ein guter Start für ihr Leben.

Annette mit Patenkind Maria und Leticia von der SozialarbeitEine andere Erfahrung war, dass ich mit Letitia, einer Sozialarbeiterin, Hausbesuche gemacht habe. Letitia ist jetzt 26 Jahre alt. Auch sie war ein Patenkind, ist in der Schule gläubig geworden, und ist jetzt in der Schule als Sozialarbeiterin angestellt. Sie macht einen guten Dienst. Wir haben Familien besucht, aus denen man für die Kleinen Pateneltern sucht. Es waren überall nur „halbe Familien". In Paraguay herrscht vorwiegend ein Matriarchat. Die Männer sind nur zum Vaterwerden da, dann sind sie verschwunden. Alle Kinder, die wir besucht haben, waren nur bei ihren Müttern.

WasserfaelleMonica und Gaston sind dann mit mir nach Brasilien zu den Iguazu

Wasserfällen gefahren. Wie beeindruckt das war. Durch Bild und Beschreibung lässt sich die Imposantheit und Majestät der Fälle nicht wiedergeben.

Uns kamen die Bibelstellen in Erinnerung, in denen Jesus sagt, dass durch diejenigen, die Ihm vertrauen, Ströme lebendigen Wassers fließen.

Das kann ich bei Monica und Gaston sehen: Sie haben sich von Gott gebrauchen lassen und hinterlassen in vielen jungen Menschen „lebendiges Wasser". In der Ewigkeit erst werden sie sehen, wie viel Frucht sie gebracht haben. Sie haben wahrlich die Gnade „nicht vergeblich empfangen". Das habe ich als Konsequenz aus meinem Aufenthalt dort festgehalten.

Beeindruckend war auch das Kennenlernen der umfangreichen Arbeit der Mennoniten im Land. Zu nennen ist hier das Krankenhaus bei Km 81. Auch die Evangelisationsarbeit mit Ulrich Parzani in der Hauptgemeinde in Asuncion. Ich habe ein deutsches Auswandererehepaar kennen gelernt, die durch diese ProChrist Veranstaltung in Paraguay zum Glauben gekommen sind.

In meiner Gemeinde habe ich einen kurzen Bericht gegeben, denn es sind eine ganze Reihe Geschwister, die auch Patenkinder dort haben. Im Gebet für sie sind wir verbunden. Zwei Gebetsanliegen sind dabei wichtig:

  • Für Monica ist es wichtig, jemanden zu sehen, der ihre Arbeit fortsetzen kann. Sie muss Nachfolger anleiten können.
  • Das Andere ist die Arbeit von Gaston: Aufträge für seinen holzverarbeitenden Betrieb und auch als Pastor in seiner Gemeinde.

Es war für mich eine unvergessliche Reise.

Annette Goseberg, Altena - Dahle

 
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